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Golden Retriever sind Jagdhunde. Sie wurden im 19. Jahrhundert
als Jagdhelfer für die Niederwildjagd in Schottland gezüchtet.
(Siehe auch “Geschichte”) Es gibt verschiedene Prüfungen bei
denen man die “Brauchbarkeit” des Retrievers als Jagdhund feststellen kann. Diese können, je nach Alter und Ausbildungsstand des Hundes, beim Zuchtverband DRC , den örtlichen Jägervereinigungen oder bei anderen JGHV Zuchtverbänden abgelegt werden. Die drei gängigsten jagdlichen Prüfungen beim DRC sind die
JP/R (jagdliche Jugendprüfung),
die BLP (Bringleistungsprüfung),
und die RGP (Retriever Gebrauchsprüfung).

Die Prüfungsordnungen können von der DRC Homepage heruntergeladen werden. Im Folgenden werde ich versuchen die wesentlichen jagdlichen Prüfungsarbeiten kurz zu erläutern. Detailiertere Informationen entnehmen sie bitte den jeweiligen Prüfungsordnungen.

Bei den Prüfungen unterscheidet man grundsätzlich drei Arten
von jagdlicher Arbeit:
WALD-, FELD-, und die WASSERARBEIT.


Zur WALDARBEIT zählen die Fährtenarbeit (“Schweißfährte”), die Freiverlorensuche und die Haarwildschleppe. Das Ausarbeiten einer künstlichen Schweißfährte wird nur bei der RGP verlangt. Hierbei muss der Hund mit seinem Führer eine 400m Fährte, die entweder am gleichen Tag oder am Tag zuvor gelegt wurde, und an derenmEnde ein Stück Wild liegt, ausarbeiten und zum Stück kommen. Es wird in der Regel 1/4 Liter Rehschweiß entweder getupft oder gespritzt. Bei der Freiverlorensuche werden zwei bis vier Stück Haar- und Federwild auf einer bestimmten Fläche ausgelegt, die der Hund selbständig finden und seinem Führer zutragen muss. Das Auslegen darf vom Hund und Führer nicht gesehen werden. Bei der Haarwildschleppe wird ein Stück Haarwild 300m mit zwei Haken durch den Wald gezogen. Diese Spur muss der Hund ohne seinen Führer ausarbeiten und das Stück Wild finden und dem Hundeführer zutragen.

Zur FELDARBEIT zählen die Federwildschleppe und das Einweisen. Bei der Felderwildschleppe wird ein Stück Wild in der Regel 200m mit zwei stumpfwinkeligen Haken auf einer Wiese oder einem Feld von einem bestimmten Punkt aus geschleppt und abgelegt. Auch hier muss der Hund die Schleppe selbständig ausarbeiten, das Wild finden und dem Hundeführer zutragen. Das Einweisen auf zwei Stück Federwild ist die Königsdiziplin der Retriever! Hierbei werden für den Hund nicht sichtig zwei Stück Wild auf einer bestimmten Fläche ausgelegt bzw. eingeworfen. Der Hundeführer muss den Hund mittels Stimme, Handzeichen und Pfeife in die Nähe des Wildes dirigieren, wo er dann auf kleinem Raum seine Nase einsetzen, das Stück finden und bringen muss.




Zur WASSERARBEIT zählen das Stöbern im Schilf und das Suchen und Bringen der Ente aus tiefem Wasser. Beim Stöbern im Schilf (nur bei der RGP) muss der Hund eine gewisse Zeit lang das Schilf und den Uferbereich systematisch absuchen, ohne dass eine Ente ausgeworfen wurde. Das Suchen und Bringen der Ente aus tiefem Wasser findet je nach Prüfung entweder am Rande oder im tiefen Schilf statt. Auch hier muss der Hund das Schilf und den Uferbereich absuchen, die Ente finden und bringen.

Zu all diesen jagdlichen Arbeiten kommen natürlich auch noch die Gehorsamsfächer dazu. Im Allgemeinen muss hierbei der Hund zeigen, dass er sich ruhig, diszipliniert und absolut gehorsam verhält.

Anmerkung: Jagdliche Hundearbeit dient zur Vorbereitung der Retriever für den Einsatz bei der Jagd !! Für die Einarbeitung wird geschossenes Wild verwendet. Aus tierschützerischen Gründen sollten Hundeführer, die nicht vorhaben oder keine Gelegenheit haben ihren Hund bei Jagden einzusetzen, die Dummyarbeit als adäquate Alternative praktizieren !